Sorgerechtsstreit

Ein Privatdetektiv kann bei Angelegenheiten, die das Sorgerecht betreffen schnelle und kompetente Hilfe leisten. Dabei muss er bedacht vorgehen, da hier auch Kinder direkt betroffen sind. Der Begriff des Sorgerechts fasst alle Rechte und Pflichten zusammen, die bei einer Beziehung zwischen Eltern und Kindern entstehen. Dazu gehören neben dem allgemeinen Sorgerecht auch Angelegenheiten wie die Vermögenssorge oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

  • Aufenthaltsbestimmungsrecht:

    Das Aufenthaltsbestimmungsrecht gehört als wichtiger Bereich zum Sorgerecht dazu. Dadurch wird es ermöglicht, den Kontakt zwischen dem Kind und dem getrennt lebenden Partner oder geschiedenen Ehepartner zu kontrollieren. Liegt das Sorgerecht bei nur einem Elternteil, liegt hier auch das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht. Bei gemeinsamen Sorgerecht bestimmen beide Elternteil über den Aufenthalt des Kindes (bzw. der Elternteil, wo sich das Kind gerade befindet). Wichtige Entscheidungen – wie ein Umzug in eine andere Stadt – müssen allerdings gemeinsam getroffen werden.

Oftmals geht es in Bezug auf das Sorgerecht auch um Unterhaltsangelegenheiten. Da es hier als Privatperson meist schwer ist eindeutige Beweise zu bekommen, kann ein Privatdetektiv mit Hilfe von Observationen Foto- und Videobeweise sammeln, welche vor Gericht verwendet werden können. Ein Sorgerechtsstreit kann sowohl zwischen verheirateten als auch unverheirateten Paaren Elternteilen entstehen. In extremeren Fällen kann die Frage nach dem Sorgerecht auch von Mitarbeitern des Jugendamtes oder den Großeltern ausgehen.

Wem steht das Sorgerecht zu?

Wer das Sorgerecht hat, ist dazu berechtigt Entscheidungen zu treffen, die dem Wohl des Kindes dienen. Im Regelfall sind dies die Eltern, bei denen man davon ausgeht, dass sie sich um das Wohlergehen des Kindes kümmern. Doch gerade, wenn Ehen unschön in die Brüche gehen, kann es zu heftigen Auseinandersetzungen bezüglich der Erziehung und anderen Aspekten des Kindeswohl kommen.

Wer muss Unterhalt zahlen?

Fälschlicherweise wird oftmals davon ausgegangen, dass keine Unterhaltszahlungen getätigt werden müssen, wenn das Sorgerecht nicht vorliegt. Jedoch hängt der Unterhalt für ein Kind nicht mit dem elterlichen Sorgerecht zusammen. Auch, wenn das Sorgerecht einem der Elternteile voll entzogen wird, bleiben die Unterhaltszahlungen bestehen. Der Anspruch auf Unterhalt entsteht für ein Elternteil, dem durch das Kind Ausgaben und Aufwand durch die Fürsorge entstehen.

Wie hoch ist der Unterhalt?

Um die Höhe des Unterhalts feststellen zu können, muss zunächst das unterhaltsrelevante Einkommen berechnet werden. Es werden alle Einnahmen und Vergünstigungen auf das Einkommen angerechnet und zum Schluss noch die vorliegenden Verbindlichkeiten davon abgezogen. Bleibt für den unterhaltspflichtigen selbst nicht genug zum Leben übrig, kann sich der Anspruch auf Unterhalt als schwierig gestalten. So beispielsweise, wenn sich der ehemaligen Partner in einer Privatinsolvenz befindet. Zu unterscheiden ist in Bezug auf den Unterhalt zwischen dem Unterhalt für das Kind, egal aus welcher Verbindung es stammt, dem Unterhalt für den ehemaligen Partner und dem Unterhalt für etwaige andere Verpflichtungen.

Gemeinsame Einigung

Es ist natürlich immer ratsam, bei Unstimmigkeiten in Bezug auf das Sorgerecht zu versuchen, eine gemeinsame Einigung durch Gespräche zu erzielen. Denn das Wohl des Kindes steht immer noch im Vordergrund. Ein neutrale dritte Person kann hier auch eine Hilfe sein. Oftmals ist es jedoch so, dass sich Partner aufgrund von Trennungen nicht dazu durchringen können, sich einvernehmlich zu einigen. Negative Gefühle füreinander sorgen meist dafür, dass eine einvernehmliche Regelung zum Wohle des Kindes in den Hintergrund rückt. Meist wird dann eine Regelung vor dem Gericht notwendig.

Der Sorgerechtsstreit vor Gericht

 

  • Ein auf Familienrecht spezialisierter Anwalt stellt beim zuständigen Familiengericht einen Antrag auf die Übertragung des elterlichen Sorgerechts
  • Alle den Fall betreffenden Parteien werden angehört; auch das minderjährige Kind in Anwesenheit eines Mitarbeiters vom Jugendamt allein durch den Richter.
  • Meist wird zur Entscheidung ein familienpsychologisches Gutachten eingeholt.
  • Ein Sachverständiger beschäftigt sich zur Erstellung des Gutachtens sowohl mit dem Kind selbst, als auch mit den Eltern und dem zukünftigen Umfeld.
  • Am Ende fällt das Gericht eine Entscheidung bezüglich des Sorgerechts.

Vorgehensweise bei Notfällen und begründeter Sorge

Besteht ein Notfall, ist ein Kind also in der Obhut des Sorgeberechtigten in Gefahr, (sei es durch Gewalt, Missbrauch, Drogen oder ähnliches) sollte das zuständige Jugendamt so schnell wie möglich informiert werden. Hier ist das Jugendamt dazu verpflichtet den Hinweisen nachzugehen, egal von wem aus dem Umfeld des Kindes der Hinweis kommt. Dem Amt ist es dann möglich beim Familiengericht einen Eilantrag zu stellen, um so den Eltern / dem Elternteil das Sorgerecht zu entziehen. Übertragen wird das Sorgerecht dann auf das Amt oder auf eine andere Person aus der Familie des Kindes.

Und auch bei einer begründeten Sorge um das Kind, sollte man sich unverzüglich an die Behörden wenden, die dann unverzüglich alles überprüfen werden. Wird der ehemalige Partner beschuldigt, seiner Sorgfaltspflicht gegenüber dem Kind nicht entsprechend nachzukommen, leugnet dieser aber die Vorwürfe, empfiehlt es sich einen Privatdetektiv zu beauftragen. Dieser dann kann alle wichtigen Fakten zusammensammeln.

Faktoren, die die Sorgerechtsentscheidung beeinflussen

Bei der Entscheidung über das Sorgerecht spielen natürlich viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Beispielsweise wo das Kind aufgewachsen ist und somit auch sein soziales Umfeld ist. Ist die Wohnsituation in Bezug auf die Schulpflicht oder Ärzte in der Umgebung ausreichend? Auch finanzielle Aspekte werden betrachtet, denn für die Ausgaben für das Kind muss man zunächst einmal aufkommen können. Kann das Kind überhaupt ausreichend betreut werden, ist genügend freie Zeit vorhanden, um es zu versorgen? Zusätzlich spielt es auch eine Rolle, ob es in der Vergangenheit bereits Vorkommnisse gab, die sich negativ auf das Kindeswohl ausgewirkt haben. Dies bezieht sich auf Missbrauch von Drogen oder beispielsweise die Anwendung von Gewalt gegenüber dem Kind.

Ihre Checkliste in Sorgerechtsfällen:

  • Bevor Sie ein Gericht einschalten, suchen Sie das direkte Gespräch mit dem ehemaligen Partner
  • Wenn dies nicht zu einer Lösung führt, beauftragen Sie einen Anwalt für Familienrecht
  • Überlegen Sie sich, warum es das Kind bei Ihnen besser haben wird.
  • Gibt es Vorkommnisse aus der Vergangenheit, die sich negativ auf Sie oder Ihren ehemaligen Partner auswirken könnten?
  • Können Sie sich einen Prozess leisten? Prozesskostenhilfe kann Ihnen unter die Arme greifen.
  • Benötigen Sie in Zukunft Unterhaltszahlungen?
  • Stellen Sie anschließend einen Antrag beim Amtsgericht.
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