Abrechnungsbetrug

Der Delikt des Abrechnungsbetrugs ist sehr verbreitet, denn überall da wo abgerechnet werden muss, kann er auch vorkommen. Darunter fallen sowohl kleine und mittelständische Firmen als auch große Konzerne. Und auch in privaten Haushalten findet er regelmäßig statt. Dabei sind Abrechnungs- und Spesenbetrug keine Kavaliersdelikte und können Unternehmen hohe finanzielle Verluste bescheren. Ein Abrechnungsbetrug entsteht dann, wenn Mitarbeiter Spesen und Reisekosten zu ihren Gunsten manipulieren oder sogar Posten abrechnen, die nicht genehmigt sind.

Was sind Spesen?

Unter Spesen wird der Verpflegungsaufwand bezeichnet, der entsteht, wenn ein Mitarbeitet sich berufsbedingt nicht an seinem gewöhnlichen Arbeitsplatz befindet, also eine Dienstreise unternimmt. Ist dies der Fall, hat er Anspruch auf einen Kostenersatz. Zum Verpflegungsaufwand gehören die Kosten für Verpflegung, die dem Mitarbeiter auf seiner Dienstreise entstehen. Die Höhe der Kosten ist durch gesetzliche Pauschalen geregelt und wird vom Arbeitgeber ausgezahlt. Bis zur Höhe der vorgeschriebenen Pauschalen kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern die entstanden Kosten lohnsteuerfrei erstatten.

 

Was sind Reisekosten und wie werden sie versteuert?

Unter die Reisekosten fallen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Dienstreise eines Mitarbeiters entstehen. Dazu gehören Ausgaben für Fahrten, Kosten für eine Unterkunft, die Spesen sowie alles, was sonst noch bedingt durch die Reise an Kosten anfällt. Darunter können Fahrten mit dem Taxi oder Öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Kosten fürs Telefonieren fallen.

Alle Aufwendungen, die auf der Reise entstehen, werden dem Mitarbeiter erstattet. Dabei handelt es sich dann nicht um ein Arbeitseinkommen, sondern um einen steuerfreien Kostenersatz. Zumindest solange die gesetzlich vorgeschriebenen Pauschalen nicht überschritten werden. Alles was darüber liegt, wird zum Einkommen gerechnet und muss vom Mitarbeiter selbst versteuert werden. Tut er dies nicht und wird der Arbeitgeber dadurch finanziell benachteiligt, handelt es sich um Betrug.

Betrug bei Spesen und Reisekosten

Ist die Spesen- oder Reisekostenabrechnung inhaltlich nicht richtig, sind die Folgen schwerwiegender, als wenn man sich einfach nur verrechnet. Tauchen sachliche Ungereimtheiten auf, wird dies als grob fahrlässig oder als Vorsatz angesehen. Bei einem solchen Betrug kann eine fristlose Kündigung oder wenigstens eine Abmahnung die Folge sein. Obwohl Betrug der Spesen wahrscheinlich häufig vorkommt, wird dies meist diskret unter den Beteiligten geregelt. Deshalb sind Verfahren vor Gericht in diesem Fall eher selten. Wie hoch die Dunkelziffer tatsächlich ist, lässt sich schwer sagen. Um einem Betrug der Reisekosten vorzubeugen, sollten Vorschriften zu deren Abrechnung vorliegen.

Tipps zur Prävention

 

  • Die Reisekosten sollten für alle Mitarbeiter klar geregelt sein und eingehalten werden.
  • Eine interne Instanz sollte zur Prüfung der Reisekosten vorhanden sein und im Fall eines Missbrauchs handeln können.

Vorgehensweise bei Betrug

Sollten Sie trotz vorbeugender Maßnahmen und bereits ausgeschöpfter Mittel das Gefühl haben, dass Sie von Mitarbeitern bezüglich der Ausgaben betrogen werden, sollten Sie einen Profi engagieren, um das Ganze überprüfen zu lassen. Dies kann mit Hilfe der bereits genannten internen Instanz (interne Revision) oder einer Wirtschaftsdetektei erfolgen. Die Wirtschaftsdetektei kann durch Observationen der Mitarbeiter betrügerische Taten innerhalb des Unternehmens aufdecken.

Abrechnungsbetrug / Spesenbetrug